· 

Die Suche nach einer passenden Hündin

Zu drei Rüden soll eine Smooth-Collie-Hündin einziehen

Zur "Jungs-WG" soll wieder eine Hündin dazu.

 

Welcher Collie wird es denn nun? Wo soll ich mich umschauen?
Ach ich muss ergänzen, in der Endausscheidung waren auch noch die Dalmatiner. Ich weiß gar nicht mehr wie die dazu kamen. Aber am Ende haben die Collies dann doch Platz eins auf meinem persönlichen Treppchen ergattert. Und zum ersten Mal nehme ich wahr, dass es auch Kurzhaar Collies gibt. Na das wäre es doch. Ich mag kurzhaarige Hunde. Also vielleicht ...

 

Es beginnt die gezieltere Suche. Ich bin noch nicht festgelegt.

Züchter oder Tierschutz?

Ich schaue bei Züchtern, ich schaue bei Collies in Not, auch im lokalen Tierschutz. Man sollte ja meinen, wenn ich offen bin für "second hand Hunde" dann werde ich da schon fündig. Aber natürlich wollte ich das Rudel auch verjüngen, Oldies scheiden also aus. Und Sozial- und vor allem auch Katzenverträglichkeit sind Pflicht. Mehr als 500 km sollten uns zum Kennenlernen auch nicht trennen.

Die Wahl fällt auf Colliezüchter

Ich werde im Tierschutz nicht fündig. Scheinbar verlassen nur wenige Collies ihre Familie wieder, um im Tierschutz ein neues Zuhause zu suchen. Spricht auch für die Rasse. Also lande ich doch bei Züchtern und recherchiere, was mir gefällt.

Schon bei der ersten Suche nach einer Rassehündin bin ich schockiert. WHAT? In fünf Wochen fünf mal den Welpen-Darm mit Giftstoffen attackiert? Und die Züchter überbieten sich um die Wette - wer bietet mehr? Nochmal stelle ich mir die Frage, ob ich wirklich einen Hund vom Züchter möchte.

 

Meinen Merlin hatte ich von Privat und er hat in seinen fast 17 Jahren kein solches Gift bekommen, nicht als Welpe und auch sein restliches Leben nicht, übrigens genauso wenig wie Nervengift gegen Zecken und Flöhe oder vielfältige Impfungen, tot konserviertes Fertigfutter... Ja ich schweife ab. Aber ich bin schockiert über diese leichtfertigen Vergiftungen der Hunde.

 

Gibt es denn keine Züchter, die weniger gedankenlos all dies schon bei den kleinen Welpen einsetzen? Ich fürchte, bei VDH-Züchtern suche ich vergebens.

 

Zum ersten Mal werde ich bei meiner Suche mit dem Begriff Dissidenz konfroniert. Es braucht ein bisschen Recherche bis ich verstehe, was das ist. Vor allem verstehe ich es insofern als "anders denkend", dass man sich in verschiedenerlei Hinsicht nicht zu solchen Handlungen "knebeln" lässt. Ja ich weiß, Diplomatie war noch nie meine Stärke. Aber ich finde, zwischen der ganzen "Gift ist geil" Mentalität darf ich auch mal laut aussprechen, dass ich mir Gesundheit anders vorstelle. Mag daran liegen, dass ich selbst überempfindlich auf Chemie reagiere (MCS nennt sich das). Sicher liegt es aber auch an über 20 Jahren Erfahrung in meiner Tierheilpraxis, auch mit meinen eigenen Hunden und Katzen und im Freundes- und Bekanntenkreis.

 

Merlin und Mia sind beide fast 17 Jahre alt geworden - und das bei guter Gesundheit. Zufall?

Welche Haarlänge darf es denn nun sein?

Ich schaue mir auch nochmal die verschiedenen Haarlängen an, Kurzhaar und Langhaar. Wessen "Klein-Mädchen-Traum" ist es nicht, eine eigene "Lassie" zu haben. Aber die meisten Collies, die ich finde, weichen von diesem Wunschbild weit ab. Unter uns, ich habe sie "explodierte Sofakissen" genannt. Die Abbildungen sind noch moderat. Es geht noch mehr. Vor allem die britischen Linien sind echte Fellexplosionen. Auch das ist scheinbar ein Zuchtziel des VDH? Pfff, nichts für mich. 

unschöne Fellmenge beim Collie

Quelle: Pixabay

unerwünschte Fellberge beim Collie

 

Das Fell teils bis zum Boden? Will ich das? Nein!

 

Mir tun die Hunde leid und von der collieeigenen Eleganz bleibt optisch auch nichts mehr übrig, das Fell wirkt oft stumpf und unverhältnismäßig. Ja ja, ich trete jetzt vermutlich vielen Fans "auf den Schlips". Aber mir gefällt es wirklich überhaupt nicht. 


Ich lerne eine tolle Kurzhaar-Züchterin kennen, deren Homepage schon zeigt, dass sie Chemievorgaben nicht so kritiklos sieht. Und das Fellproblem bin ich bei den Smooth-Collies dann auch los.
Immer wieder tauschen wir uns aus und ich hätte von ihr sehr gerne einen Welpen genommen. Als ich dann tatsächlich bereit bin, eine Hündin ins Rudel aufzunehmen, steht bei ihr aber kein Wurf an. Ich schaue mich immer wieder um, frage auch bei einzelnen Züchtern mal an. Aber nichts überzeugt mich wirklich. Ja, vielleicht bin ich zu kritisch. Mein Freundeskreis meint, deshalb sei ich auch Single. 🤣 Vermutlich haben sie recht. Aber jeder muss ja seinen Weg finden.
Irgendwann fragt mich meine Lieblingszüchterin, ob es denn unbedingt ein Welpe sein muss. Und nein, das muss es natürlich nicht. Im Gegenteil war das ja anfangs gar nicht die Idee. Wir sprechen über eine bereits erwachsene Hündin mit angeborenem Herzfehler, die deshalb für die Zucht ausscheidet und für die sie einen guten Platz sucht. Als Welpe hatte man ihr nur ein sehr kurzes Leben prophezeit aber nun ist sie doch erwachsen geworden. Und ich finde jeder Hund hat ein tolles Leben verdient, egal wie alt er wird und wie hoch seine Lebenserwartung ist. Ich habe mich sofort in sie verliebt und eigentlich hatten wir schon einen Übergabetermin ins Auge gefasst. Ich muss zugeben, die einzige Sorge meiner sensiblen Tierheilpraktiker-Seele war, dass es ihr vielleicht das Herz bricht - im wahrsten Sinne des Wortes -, wenn Sie ihr zu Hause wechselt. Auch wenn ich natürlich alles dafür getan hätte, dass sie sich schnellstmöglich bei uns wohl und geborgen fühlt. Aber auch die Züchterin bringt es am Ende doch nicht übers Herz, sie nach so langer Zeit wieder ziehen zu lassen und deshalb führt das Schicksal mich noch mal auf einen anderen Weg. 

Die Entscheidung ist gefallen

Kurzhaarcolliemädchen Cara zieht ein
Am Ende wird es Cara, die bei einer guten Züchterin aus familiären Gründen bereits sechs Monate alt geworden und noch nicht vermittelt ist. Wir vereinbaren einen Kennenlerntermin und Cara ist so menschenbezogen, dass sie sich sofort in mein Herz schleicht.

 

Ja so war das also, Cara ist bei uns eingezogen, das Rudel war wieder komplett und ich glücklich und verliebt. Das bin ich aber natürlich in all meine Hunde.
Märchencollies, sozial und rudeltauglich

Im Nu ist sie ins Rudel integriert und wahrlich mittendrin statt nur dabei. Und mit ihrem Lernwillen, ihrer Kletter- und Balancierbegeisterung tritt sie auch gleich in Mias Fußstapfen. Mein wunderbares Collie-Mädchen Cara.